
Familienaufstellung & Systemaufstellung
in Köln
„Systemaufstellungen lenken den Blick auf das Wirkende." (Friedrich Aßländer)
Sehen, was in uns wirkt.
Vieles, was unser Fühlen, Denken und Handeln prägt, wirkt unbewusst und zeigt sich im Alltag nur indirekt: in wiederkehrenden Konflikten oder Gefühlen, gewohnten Verhaltensmustern, festgefahrenen Situationen oder dem Empfinden, ein persönliches Thema trotz aller Reflexion nicht richtig greifen zu können.
In meiner Arbeit mit Familienaufstellungen werden innere und zwischenmenschliche Zusammenhänge sichtbar und spürbar. Im Raum und in der Wahrnehmung der Stellvertreter können sich Gefühle, Bindungen, Kernüberzeugungen und andere seelische Inhalte spiegeln, die dem bewussten Nachdenken bisher nicht oder nicht vollständig zugänglich waren.
Wie ein bildgebendes Verfahren für die Seele kann eine Aufstellung so zu einem vollständigeren Bild des eigenen Innenlebens führen – und Klarheit darüber entstehen lassen, wo bisher festgehalten wird und wo neue Bewegung möglich ist.
Wenn bislang Ungesehenes oder Ausgeschlossenes einen Platz bekommt, kann sich Anspannung lösen. Beziehungen können von alten Verletzungen, Erwartungen oder Loyalitäten entlastet und wieder stärker aus der Gegenwart heraus erlebt werden – mit mehr Leichtigkeit und innerer Freiheit.
ZWISCHEN BINDUNG UND FREIHEIT
Wir alle sind Teil einer Familie. Und sie ist ein Teil von uns – ob wir wollen oder nicht, ob wir bestimmte Seiten von ihr übernehmen möchten oder nicht. Zu dem, was uns im Leben mitgegeben wird, ohne dass wir es uns aussuchen können, gehören unsere Eltern und Großeltern, unsere Geschwister, unsere Kindheit und die Geschichte der Generationen vor uns – mit ihren Erfahrungen und Schicksalen, ihren Werten und kulturellen Prägungen, ihren Bindungen, Mustern und Widersprüchen. Vieles davon wirkt in uns weiter, manches offensichtlich, anderes kaum bemerkt. Unsere Herkunft prägt, welches Bild wir von uns selbst entwickeln, wie wir Beziehungen erleben und wie wir unseren Platz im Leben finden.
Wenn wir bereit sind, diese Herkunft ganz anzunehmen – unsere Eltern so, wie sie waren und sind, unsere Kindheit so, wie sie war, und auch die Geschichte unserer Familie in ihrer Wirkung auf uns anzuerkennen –, kann etwas Paradoxes geschehen: Wir holen sie ganz zu uns und werden zugleich freier von ihr. Wir können würdigen, was wir als Kinder und Jugendliche bewältigt und geleistet haben, und müssen familiäre Muster weder unbewusst weiterführen noch uns krampfhaft von ihnen abgrenzen. Stattdessen können wir erkennen, was wir aus unserer Herkunft mitbekommen haben – an Prägungen ebenso wie an Ressourcen. Indem wir unsere Familiengeschichte zu uns nehmen, werden wir freier, das Eigene zu leben.
Was uns mit unserer Familie verbindet – oder von ihr trennt – und unser Erleben bis heute mitprägt, ist jedoch nicht immer greifbar. Eine Familienaufstellung gibt diesen Beziehungsdynamiken einen umfassenden Ausdruck.
WAS IST EINE FAMILIENAUFSTELLUNG?
Bei einer Familienaufstellung werden Mitglieder eines Familiensystems mithilfe von Stellvertreterinnen und Stellvertretern räumlich dargestellt. Dadurch werden sie nicht nur einzeln, sondern als Teil eines Beziehungsgefüges sichtbar: in ihren Rollen, Bindungen und Abständen, in dem, was zwischen ihnen verbindet, trennt oder unausgesprochen wirksam bleibt.
Aufstellungsarbeit ist eine erfahrungsorientierte Erkenntnismethode. Sie arbeitet mit dem, was sich im räumlichen Bild, in der Körperwahrnehmung und in den Rückmeldungen der Stellvertreter über ihre jeweilige Position zeigt – und im Gespräch häufig schwer greifbar bleibt.
Eine Familienaufstellung zeigt dabei nicht nur, wie ein Beziehungsgefüge beschaffen ist. Sie kann auch Bewegungen sichtbar machen, die darin angehalten, vermieden oder noch nicht vollzogen wurden. Wenn Verbindungen, Spannungen und bisher Ausgeschlossenes gesehen werden und innerlich einen Platz finden, ändert sich unser Verhältnis dazu: Aus Abwehr kann Anerkennung werden, aus Festgefahrenem neue Bewegung und aus Verstrickung ein tiefer Lösungsprozess. So zeigt eine Aufstellung oftmals nicht nur, was in uns wirkt, sondern setzt zugleich eine Bewegung in Gang, die zuvor noch nicht möglich war.
WIE ICH MIT FAMILIENAUFSTELLUNGEN ARBEITE
Ich arbeite phänomenologisch und ergebnisoffen. Eine Aufstellung wird von mir nicht auf ein bestimmtes Ergebnis oder ein vorgegebenes Lösungsbild hin gesteuert. Sie entfaltet sich aus den Wahrnehmungen und Bewegungen im Prozess, denen ich achtsam folge.
Dabei verbinde ich analytische Klarheit mit feiner, präziser Wahrnehmung – eine psychodynamische und systemische Perspektive mit aufstellerischer und therapeutischer Erfahrung. Mein Blick richtet sich nicht nur auf Rollen, Positionen und Funktionen innerhalb des Familiensystems, sondern ebenso auf unbewusste Bindungen, innere Konflikte und die seelische Bedeutung, die familiäre Erfahrungen im eigenen Erleben angenommen haben.
Das Tempo und die Grenzen der aufstellenden Person werden dabei stets geachtet. Aufstellungsarbeit kann sowohl im beratenden als auch im psychotherapeutischen Kontext stattfinden. Wenn ein Anliegen mit tieferliegenden seelischen Konflikten oder psychischen Beschwerden verbunden ist, kann die Aufstellung in eine weiterführende psychotherapeutische Begleitung eingebettet werden.
Ich biete Familien- und andere Aufstellungen in Köln und Bonn an – in offenen Gruppen ebenso wie im Einzelsetting. Aktuelle Termine für Gruppenseminare finden Sie unter Termine.
Wenn Sie klären möchten, ob eine Aufstellung für Ihr Anliegen passend ist, können wir dies in einem kostenfreien Kennenlerngespräch besprechen:
WIE LÄUFT EINE FAMILIENAUFSTELLUNG AB?
Am Anfang steht ein konkretes Anliegen. In einem kurzen Vorgespräch klären wir, worum es geht und welche Personen oder Beziehungen für die Aufstellung zunächst relevant sind. Dabei braucht es weder eine vollständige Familiengeschichte noch eine ausführliche Analyse im Vorfeld.
In einer Gruppenaufstellung wählt die aufstellende Person für sich selbst und weitere Familienmitglieder Stellvertreterinnen und Stellvertreter aus. Diese finden ihrer Wahrnehmung folgend intuitiv ihren Platz im Raum. Von dort aus beschreiben sie, wie sie ihre Position, die anderen Personen und sich selbst darin erleben. Im Einzelsetting wird entsprechend mit Figuren, Bodenankern oder anderen Repräsentationen gearbeitet.
Von dort aus entwickelt sich die Aufstellung Schritt für Schritt. Positionen können verändert, weitere Personen einbezogen oder Bewegungen zugelassen werden. Wahrnehmungen und Erkenntnisse, die den Kern des Anliegens berühren und für die aufstellende Person stimmig sind, können in einem klaren, würdigenden Satz ausgesprochen werden. Im Aussprechen kann eine erkannte Wahrheit ihre eigentliche Kraft entfalten: Sie wird anerkannt, zu sich genommen und damit seelisch wirksam.
Die Aufstellung endet dort, wo der Prozess für den gegebenen Zeitpunkt zu einem natürlichen Abschluss kommt.
WAS KANN IN EINER AUFSTELLUNG SICHTBAR WERDEN?
In einer Familienaufstellung können Bindungen und Loyalitäten, Spannungen und Brüche sowie elementare Erfahrungen sichtbar werden, die unser heutiges Erleben mitprägen, ohne uns vollständig bewusst zu sein.
Dazu gehören etwa Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Ausschluss, übernommene Verantwortung, Angst, Liebe und Sehnsucht, Scham und Schuldgefühl oder Muster, die sich über Generationen hinweg fortsetzen.
Ebenso können Bedürfnisse, Potenziale und Ressourcen in den Blick kommen, die bislang wenig Raum hatten. Manchmal wird dabei erfahrbar, worauf eine heutige Reaktion ursprünglich einmal geantwortet hat – und warum sie in einem früheren Zusammenhang sinnvoll oder notwendig waren.
So kann deutlicher werden, was zur eigenen Gegenwart gehört und was noch aus früheren Erfahrungen oder der Familiengeschichte heraus wirkt. Diese Unterscheidung kann neue Sichtweisen, Handlungsmöglichkeiten und innere Spielräume eröffnen.
FÜR WELCHE ANLIEGEN EIGNET SICH EINE FAMILIENAUFSTELLUNG?
Eine Familienaufstellung kann sinnvoll sein bei anhaltenden oder wiederkehrenden Konflikten, die immer wieder denselben wunden Punkt berühren. Etwa wenn Beziehungen zu Eltern oder Geschwistern von Enttäuschung, Groll, Rückzug oder jahrelanger Distanz geprägt sind – bis hin zum Kontaktabbruch.
Auch das Gefühl, in bestimmten familiären Situationen immer wieder in dieselbe Rolle zu geraten oder trotz guter Vorsätze ähnlich zu reagieren wie früher als Kind oder frühere Generationen, kann ein Anlass sein, genauer hinzuschauen.
Auch in der eigenen Elternschaft können frühere Erfahrungen neu berührt werden. Was wir mit unseren Eltern erlebt haben, zeigt sich manchmal darin, wie stark uns bestimmte Situationen mit den eigenen Kindern treffen oder wo wir uns unbedingt anders verhalten möchten als die Generation vor uns. Eine Familienaufstellung kann helfen, mit Erfahrungen aus der eigenen Kindheit Frieden zu schließen, sodass die eigenen Kinder uns nicht immer wieder unbewusst auf das hinweisen müssen, was in uns selbst noch offen ist. Dieser Zusammenhang steht auch im Mittelpunkt meines Seminars „Eltern haben – Eltern sein“.
Ebenso können generationenübergreifende Themen, Verluste, Brüche oder Traumata eine Rolle spielen, die noch gesehen, wahrgenommen und gewürdigt werden wollen.
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER AUFSTELLUNGSARBEIT
Das, was sich in einer Aufstellung zeigt, kann für die aufstellende Person sehr stimmig, entlastend und förderlich sein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass das Aufstellungsbild vergangene Ereignisse oder die innere Wirklichkeit anderer Menschen objektiv wiedergibt.
Eine Familienaufstellung bringt vielmehr eine subjektive oder seelische Wahrheit zum Ausdruck: das, was im Zusammenhang mit dem Anliegen gegenwärtig in der aufstellenden Person wirksam ist und gesehen, anerkannt oder integriert werden möchte. Wahrnehmung und Deutung sollten dabei sorgfältig voneinander unterschieden werden.
Die Teilnahme an einer Aufstellung geschieht eigenverantwortlich. Sie ersetzt keine medizinisch oder psychotherapeutisch notwendige Diagnostik oder Behandlung. Eine Aufstellung kann jedoch ergänzend dazu beitragen, Zusammenhänge erfahrbar zu machen, neue Perspektiven zu eröffnen und innere Entwicklungen anzustoßen.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR FAMILIENAUFSTELLUNG:
Wenn Sie Ihr Anliegen in einer Aufstellung anschauen möchten, finden Sie hier die aktuellen Termine für meine Gruppenseminare.
Wenn Sie Fragen haben oder lieber im Einzelsetting aufstellen möchten, können Sie hier Kontakt zu mir aufnehmen:
Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.
Ihre
Maria-Magdalena Schmitz