
Familienaufstellung & Systemaufstellung
in Köln
„Systemaufstellungen lenken den Blick auf das Wirkende." (Friedrich Aßländer)
Sehen, was in uns wirkt.
Vieles, was unser Fühlen, Denken und Handeln prägt, wirkt unbewusst und zeigt sich im Alltag nur indirekt: in wiederkehrenden Konflikten oder Gefühlen, ungewollten Verhaltensmustern, festgefahrenen Situationen oder dem Empfinden, ein persönliches Thema trotz aller Reflexion noch nicht in seinem ganzen Zusammenhang zu erfassen.
Aufstellungsarbeit richtet den Blick auf diese wirksamen inneren und zwischenmenschlichen Zusammenhänge. Sie gibt ihnen einen räumlichen Ausdruck und schafft zugleich die innere Distanz, aus der sie überhaupt erst sichtbar werden können. So können auch Gefühle, Bindungen, Wünsche, Ängste, alte Loyalitäten oder Verletzungen in den Blick kommen, die bislang noch nicht ganz gesehen und integriert werden konnten.
Wie eine Art bildgebendes Verfahren für die Seele kann eine Aufstellung so zu einem vollständigeren Bild des eigenen Innenlebens führen – und Klarheit darüber entstehen lassen, was eine Situation festhält und wo eine neue Bewegung beginnen kann.
Auf dieser Seite
Wenn Vergangenes in der Gegenwart weiterwirkt
Was ist eine Familienaufstellung?
Ablauf einer Familienaufstellung
Was in einer Aufstellung sichtbar werden kann – und mit welcher Wirkung
Für welche Anliegen eignet sich Aufstellungsarbeit?
Formen und Settings der Aufstellungsarbeit
Wie ich mit Familienaufstellungen arbeite
Möglichkeiten und Grenzen von Familienaufstellungen
WENN VERGANGENES IN DER GEGENWART WEITERWIRKT
Vergangene Erfahrungen sind innerlich erst dann vergangen, wenn wir sie vorbei sein lassen können. Bis dahin wirken sie in uns fort – wie ein Echo in gegenwärtigen Beziehungen und Situationen, in Gefühlen, Erwartungen und Reaktionen, die sich aus dem heutigen Geschehen allein nicht vollständig erklären lassen.
Aufstellungsarbeit kann besonders kraftvoll werden, wenn wir bereit sind, uns dem zuzuwenden, was war und wie es uns geprägt hat. Nicht mit dem Versuch, die eigene Geschichte nachträglich zu korrigieren oder zu reparieren, sondern in Anerkennung dessen, dass sie zu uns und unserem Leben gehört.
Womit wir Frieden schließen können, muss nicht länger unbewusst aus dem Hintergrund wirken. Das bedeutet weder, Geschehenes gutzuheißen noch erlittenes Unrecht zu verharmlosen. Es bedeutet, anzuerkennen, dass es Teil der eigenen Geschichte ist, und den Kampf mit einer Vergangenheit zu beenden, die sich nicht mehr verändern lässt. So kann Raum für das entstehen, was heute möglich ist.
WAS IST EINE FAMILIENAUFSTELLUNG?
Eine Familienaufstellung ist eine Form der Aufstellungsarbeit, bei der Mitglieder eines Familiensystems mithilfe von Stellvertreterinnen und Stellvertretern räumlich dargestellt werden. Dadurch werden sie nicht nur einzeln, sondern als Teil eines Beziehungsgefüges sichtbar: in ihren Rollen, Bindungen und Abständen, in dem, was zwischen ihnen verbindet, trennt oder unausgesprochen wirksam bleibt.
Aufstellungsarbeit ist eine erfahrungsorientierte Erkenntnismethode. Sie arbeitet mit dem, was sich im räumlichen Bild, in der Körperwahrnehmung und in den Rückmeldungen der Stellvertreter über ihre jeweilige Position zeigt – und im Gespräch häufig schwer greifbar bleibt.
Eine Familienaufstellung zeigt nicht nur, wie ein Beziehungsgefüge beschaffen ist. Sie macht auch Bewegungen sichtbar, die darin angehalten, vermieden oder noch nicht vollzogen wurden. Wenn Verbindungen, Spannungen und bisher Ausgeschlossenes gesehen werden und innerlich einen Platz finden, kann sich unser Verhältnis dazu verändern: Aus Abwehr kann Anerkennung werden, aus Festgefahrenem neue Bewegung und aus Verstrickung ein tiefer innerer Lösungsprozess. So zeigt sich im Verlauf einer Aufstellung manchmal nicht nur, was wirkt, sondern auch der nächste Schritt, der bisher noch nicht möglich war.
Familienaufstellung, Systemaufstellung oder Aufstellungsarbeit?
Systemaufstellungen sind der Oberbegriff für die Arbeit mit Stellvertretern zur räumlichen Darstellung von Beziehungssystemen. Bert Hellinger hat diese aus verschiedenen therapeutischen Ansätzen hervorgegangene Methode als Familienstellen beziehungsweise Familienaufstellung geprägt und bekannt gemacht; seither wurde sie vielfach weiterentwickelt.
Eine Familienaufstellung richtet den Blick im engeren Sinne auf die Herkunftsfamilie, die gegenwärtige Familie oder generationenübergreifende Beziehungen.
Aufstellungsarbeit bezeichnet die Methode in ihrer ganzen Breite. Neben Familien können auch andere Systeme sowie innere Anteile, Symptome, Lebensphasen, Entscheidungen oder berufliche Konstellationen aufgestellt werden.
ABLAUF EINER FAMILIENAUFSTELLUNG
Am Anfang steht ein persönliches Anliegen. In einem kurzen Vorgespräch wird geklärt, worum es im Kern geht und welche Personen oder Elemente für die Aufstellung zunächst wesentlich sind. Dafür braucht es weder eine vollständige Familiengeschichte noch lange Erklärungen. Oft genügen wenige Informationen, damit das Anliegen einen ersten räumlichen Ausdruck erhalten kann.
Anschließend wählt die aufstellende Person Stellvertreterinnen und Stellvertreter aus der Gruppe aus. Diese übernehmen beispielsweise die Position der Mutter, des Vaters, eines Geschwisters oder der aufstellenden Person selbst. Sie erhalten keine Rollenbeschreibung und sollen nichts darstellen oder nachspielen. In eher statischen Aufstellungen werden sie von der aufstellenden Person im Raum positioniert; in phänomenologisch-dynamischen Aufstellungen finden sie ihren Platz aus der eigenen Wahrnehmung und ihren Bewegungsimpulsen heraus.
Von dort aus richten die Stellvertreterinnen und Stellvertreter ihre Aufmerksamkeit auf das, was sie wahrnehmen: auf Körperempfindungen, Gefühle, Blickrichtungen und Bewegungsimpulse. Aus diesen Wahrnehmungen entwickelt sich die Aufstellung Schritt für Schritt. Positionen können sich verändern, weitere Personen hinzukommen oder einzelne Sätze ausgesprochen werden. Dabei folgt die Leitung keinem vorgefertigten Lösungsbild, sondern dem, was sich im Prozess zeigt und für das Anliegen bedeutsam erscheint.
Gegen Ende kann die aufstellende Person selbst ihren Platz in der Aufstellung einnehmen und das entstandene Bild von innen erleben. Danach werden die Stellvertreterinnen und Stellvertreter bewusst aus ihren Rollen entlassen. Das Aufstellungsbild und das Erlebte dürfen anschließend zunächst ruhen. Oft wirkt der Prozess auf seelischer und unbewusster Ebene weiter und setzt sich innerlich fort, ohne dass unmittelbar etwas damit getan werden muss.
WAS IN EINER AUFSTELLUNG SICHTBAR WERDEN KANN – UND MIT WELCHER WIRKUNG
In einer Familienaufstellung können unbewusste Bindungen, Loyalitäten, Spannungen und innere Bewegungen sichtbar werden, die unser heutiges Erleben mitprägen. Sichtbar werden können beispielsweise Hinwendung oder Abwendung, eine bislang nicht wahrgenommene Grenze oder übersehene Möglichkeit, ein alter Schmerz oder eine neue Kraftquelle.
Indem innere Inhalte durch Stellvertreter einen äußeren, räumlichen Ausdruck erhalten, entsteht die nötige Distanz, um überhaupt auf sie schauen zu können. Was uns sonst vollständig einnimmt oder womit wir unbewusst identifiziert sind, wird von außen wahrnehmbar. So lässt eine Aufstellung ein vollständigeres Bild des eigenen Innenlebens entstehen.
Besonders deutlich kann sich zeigen, wie Vergangenes in der Gegenwart fortwirkt. Viele unserer Reaktionen beziehen sich nicht allein auf die heutige Situation, sondern zugleich auf frühere Erfahrungen von Abhängigkeit, Bedrohung, Verlust oder fehlender Freiheit. So können wir uns etwa verantwortlich fühlen, obwohl die Verantwortung nicht bei uns liegt, oder um Zugehörigkeit kämpfen, obwohl wir nicht mehr existenziell von ihr abhängig sind.
Eine Aufstellung kann erfahrbar machen, worauf eine gegenwärtige Reaktion ursprünglich einmal geantwortet hat. Diese klare Unterscheidung zwischen Damals und Heute schafft die Möglichkeit, das Vergangene als vergangen zu erkennen und der Gegenwart mit mehr innerer Freiheit zu begegnen.
Subjektive Wirklichkeit und objektive Wahrheit
Das, was sich in einer Aufstellung zeigt, kann für die aufstellende Person sehr stimmig und emotional wahr sein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass das Aufstellungsbild vergangene Ereignisse oder die innere Wirklichkeit anderer Menschen objektiv wiedergibt.
Darin liegt kein Mangel, sondern eine besondere Stärke der Methode. Therapeutisch entscheidend ist nicht, was einmal geschehen ist, sondern wie es in uns weiterwirkt: welche Bedeutung wir ihm geben, in welchem Verhältnis wir dazu stehen und wie es unser heutiges Fühlen, Denken und Handeln prägt. Die äußere Vergangenheit lässt sich nicht verändern – unser inneres Verhältnis zu ihr jedoch schon.
Eine Aufstellung ist daher weder ein Verfahren zur Ermittlung vergangener Tatsachen noch ein Blick in die Glaskugel der Zukunft. Sie bringt eine subjektive oder seelische Wahrheit zum Ausdruck: das, was im Zusammenhang mit dem Anliegen gegenwärtig wirksam ist und nach Wahrnehmung, Ausdruck, Würdigung oder Integration verlangt. Wahrnehmung und Deutung sollten dabei sorgfältig voneinander unterschieden werden.
Klarheit gewinnen und Bewegung ermöglichen
Die Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen beschreibt Aufstellungen als eine wirkungsvolle Methode, um Klarheit über bestimmte Konstellationen zu erhalten und Bewegung in festgefahrene Situationen zu bringen.
Die Wirkung einer Aufstellung liegt nicht nur im Erkennen, sondern in der unmittelbaren Erfahrung eines veränderten inneren Bildes. Beziehungen, Rollen und bisher festgelegte Positionen können sich verändern; etwas, das innerlich gebunden war, kann wieder beweglich werden. Dadurch entstehen mitunter neue Empfindungs-, Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten.
Eine Aufstellung gibt dabei keine fertige Lösung vor. Sie kann jedoch deutlich sichtbar und spürbar machen, wie der nächste innere oder äußere Schritt aussieht, der zuvor noch nicht in Reichweite lag.
FÜR WELCHE ANLIEGEN SICH AUFSTELLUNGSARBEIT EIGNET
Grundsätzlich kann jedes ernsthafte persönliche, familiäre oder berufliche Anliegen aufgestellt werden – vorausgesetzt, es geht nicht allein um die Befriedigung von Neugier. Aufstellungsarbeit eignet sich besonders für Themen, bei denen sich ein innerer oder zwischenmenschlicher Zusammenhang trotz Nachdenken und Gesprächen nicht ausreichend erschließt oder eine Situation immer wieder an denselben Punkt zurückkehrt.
Dazu gehören beispielsweise:
Beziehungen und familiäre Konflikte
Wenn Nähe und Distanz schwer auszubalancieren sind, alte Verletzungen in aktuellen Beziehungen weiterwirken oder sich Konflikte zwischen Eltern, Kindern, Geschwistern oder Partnern wiederholen.
Schuld, Verantwortung und Abgrenzung
Wenn jemand mehr Verantwortung trägt, als ihm eigentlich zukommt, sich nur schwer abgrenzen kann oder von Schuldgefühlen begleitet wird, obwohl er rational weiß, dass er nicht für alles zuständig ist.
Biografische Übergänge und Lebenskrisen
Bei Trennung, Verlust, Elternschaft, beruflicher Veränderung, dem Auszug der Kinder, der Lebensmitte oder anderen Übergängen, in denen sich bisherige Rollen und Bindungen neu ordnen müssen.
Symptome und seelische Belastungen
Auch körperliche oder psychische Symptome können in eine Aufstellung einbezogen werden, um die persönliche Beziehung zu ihnen und ihre mögliche Bedeutung im eigenen Innenleben zu erkunden. Eine Aufstellung ersetzt dabei weder medizinische Diagnostik noch eine erforderliche psychotherapeutische Behandlung.
Wiederkehrende Muster
Wenn sich ähnliche Erfahrungen in unterschiedlichen Beziehungen oder Lebensbereichen wiederholen – etwa Rückzug, Überanpassung, Kontrolle, Bindungsangst oder das Gefühl, keinen eigenen Platz zu finden.
Innere Konflikte und Entscheidungen
Wenn verschiedene Seiten in uns in entgegengesetzte Richtungen weisen, eine Entscheidung blockiert bleibt oder sich die möglichen Wege zwar verstandesmäßig abwägen lassen, innerlich aber keine Klarheit entsteht.
Berufliche und organisationale Fragen
Aufstellungsarbeit kann ebenso bei beruflichen Konflikten, Rollenunklarheit, schwierigen Entscheidungen oder komplexen Team- und Organisationsstrukturen eingesetzt werden.
Nicht immer lässt sich bereits vor einer Aufstellung genau benennen, worum es im Kern geht. Manchmal besteht das Anliegen zunächst nur in dem Gefühl, an einer bestimmten Stelle nicht weiterzukommen. Auch das kann ein tragfähiger Ausgangspunkt sein.
FORMEN UND SETTINGS DER AUFSTELLUNGSARBEIT
Aufstellungsarbeit ist weiter gefasst als die klassische Familienaufstellung. Je nach Anliegen können Beziehungssysteme, Lebensphasen, Symptome, Organisationen oder auch abstrakte Elemente räumlich dargestellt werden. Welche Form geeignet ist, ergibt sich nicht aus einem festen Schema, sondern aus der Frage, die ein Mensch mitbringt.
Überschrift 6
WIE ICH MIT FAMILIENAUFSTELLUNGEN ARBEITE
Ich arbeite phänomenologisch: Eine Aufstellung wird von mir nicht auf ein bestimmtes Ergebnis oder ein vorgegebenes Lösungsbild hin gesteuert. Sie entfaltet sich aus den Wahrnehmungen und Bewegungen im Prozess, denen ich achtsam folge. Dabei verbinde ich analytische Klarheit mit feinem Wahrnehmen – eine psychodynamische und systemische Perspektive mit aufstellerischer und therapeutischer Erfahrung und Offenheit für das, was in der aufstellenden Person seelischen Ausdruck finden möchte.
Das Tempo und die Grenzen der aufstellenden Person werden dabei stets geachtet.
Aufstellungsarbeit kann sowohl im beratenden als auch im psychotherapeutischen Kontext stattfinden. Wenn ein Anliegen mit tieferliegenden seelischen Konflikten oder psychischen Beschwerden verbunden ist, kann die Aufstellung in eine weiterführende psychotherapeutische Begleitung eingebettet werden.
Ich biete Familien- und Systemaufstellungen in meiner Praxis in der Kölner Innenstadt, Neustadt-Süd, und in Bonn an – sowohl im Einzelsetting als auch in offenen Gruppen. Nähere Informationen hierzu, zum Ablauf und zu mir als Aufstellerin finden Sie auf meiner Angebotsseite zur Aufstellungsarbeit. Termine für kommende Gruppenseminare finden Sie hier.
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER AUFSTELLUNGSARBEIT
Familienaufstellungen können neue Klarheit über innere und zwischenmenschliche Konstellationen schaffen und Bewegung in Situationen bringen, die sich lange festgefahren angefühlt haben. Sie können helfen, unbewusste Bindungen, alte Verletzungen, widersprüchliche Bedürfnisse oder übernommene Rollen wahrzunehmen und die eigene Haltung dazu zu verändern.
Ihre Aussagekraft hat jedoch Grenzen. Eine Aufstellung zeigt keine objektive Wahrheit über vergangene Ereignisse und ist auch kein Blick in die Glaskugel. Sie ersetzt weder medizinische Diagnostik noch eine notwendige psychotherapeutische Behandlung und kann die Verantwortung für anstehende Entscheidungen nicht abnehmen.
Nicht jede Aufstellung endet in einem eindeutigen Ergebnisbild. Manchmal besteht der nächste anstehende Schritt darin, eine Grenze, eine Ambivalenz oder die Tatsache anzuerkennen, dass die Zeit noch nicht reif ist. Auch das kann entlastend und klärend wirken. Entscheidend ist, dass die Aufstellung dem gegenwärtigen Leben dient und keine neue Abhängigkeit von weiteren Aufstellungen, therapeutischen Prozessen, vorgegebenen Deutungen oder vermeintlichen Wahrheiten erzeugt.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR FAMILIENAUFSTELLUNG:
Damit Angst Ihr Können nicht länger bestimmt
Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.